Von Schmerz in der Brust und von Flugangst befreit

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Als ich mich zu Beginn meiner Zugfahrt nach London setzte, las ich den folgenden Sicherheitshinweis: „Ihr (Zug)begleiter ist hier, um Ihnen zu helfen. Auf allen ihren Reisen gibt es einen Begleiter, der Ihnen während der Fahrt hilft und Sie informiert.“ Da die Worte Zugbegleiter (guard) und Gott (God) im Englischen sehr ähnlich ausgesprochen werden, regte mich diese Mitteilung zum Nachdenken an. Ich war von der Idee erfüllt, dass es hier einen öffentlichen Hinweis gab, der mich daran erinnerte: „Ja, Gott existiert wirklich und Er ist genau hier, um mich und jeden anderen Reisenden im Zug zu begleiten und mir Sicherheit zu geben.“

Das erinnerte mich an eine Begebenheit, als ich den absoluten Beweis für den Wahrheitsgehalt dieser Erklärung erhielt. Vor ungefähr zwölf Jahren erlebte ich einige heftige Schwierigkeiten mit meinem vorherigen Arbeitgeber als Partner in einer Londoner Rechtsanwaltspraxis. Einer unserer Angestellten hatte eine Transaktion schlecht durchgeführt und es wurde eine Forderung gegen die Firma in Höhe von mehr als 4.000.000 £ erhoben. Der Kunde, eine Bank, hatte über diese Höhe Anklage gegen uns erhoben. Obwohl diese Situationen schließlich gelöst wurde, machte ich mir wegen einiger anderer Dinge Sorgen. Dazu zählte, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, weil nach dem Prozess klar war, dass die Firma nicht überleben würde.

Zwei Jahre später: Ich hatte zwar einen neuen Arbeitsplatz gefunden, aber doch belasteten die Probleme des letzten Arbeitsplatzes mein Vertrauen sehr. Nachdem ich in die neue Firma eingetreten war, empfand ich Schmerzen in der Brust. Ich entschloss mich, eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft anzusprechen, und nachdem sie für mich zu beten begonnen hatte, ließen die Schmerzen schnell nach.

Noch einmal zwei Jahre später: Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt weitgehend frei von den Brustschmerzen war, fühlte ich mich noch immer nicht im Frieden mit der Welt. Als meine Frau und ich mit Freunden zum Skiurlaub nach Norwegen fliegen wollten, spitzte sich das Ganze zu. Die Furcht vor der Flugreise war so stark, dass mich sogar das Geräusch von Flugzeugen über unserem Haus aus der Fassung brachte. Allerdings war ich in der Christlichen Wissenschaft aufgewachsen und habe mich mein ganzes Leben lang darauf verlassen; ich wusste also, dass ich der Furcht entgegentreten müsste und weiter vorangehen konnte.

Einige Tage vor dem Flug bemerkte ich, dass ich Hilfe brauchte, und nahm wieder Kontakt zu der Praktikerin auf. Sie schlug mir vor, dass ich mit Lied 136 aus dem Liederbuch der Christlichen Wissenschaft arbeiten sollte. Ich konzentrierte mich besonders auf die ersten beiden Zeilen der ersten Strophe: „Ich liebe Deine Freiheit, Herr, dien’ freudig Dir, mein Hort;“ (Violet Hay). Mich beeindruckte die Tatsache, dass ich Seine Freiheit finden würde und dass ich meine intensive Selbstbetrachtung fallen lassen müsste. Die Praktikerin sagte ganz eindeutig, dass Gott mit mir wäre, beim Einsteigen ins Flugzeug, während des Fluges und wenn ich in Oslo wieder aussteigen würde.

Als der Tag der Abreise kam, war ich immer noch ängstlich. Die Furcht war extrem, rührte von der Furcht um mein physisches Wohlergehen während des Fluges und der Sorge, dass ich ja dann Tausende Meter über der Erde hilflos gefangen war. Ich fiel in ein tiefes dunkles Loch ohne jeden Ausweg. Auf dem Flughafen steigerte sich die Furcht noch. Als wir die Sicherheitskontrolle erreichten, erlebte ich einen Durchbruch. An einer Wand hing eine große Anzeige für Wissenschaft und Gesundheit, die erklärte, wie Furcht überwunden werden kann. Ich fühlte einen Hoffnungsschimmer und dachte: „Es gibt festgelegte, göttliche Gesetze, die immer gegenwärtig sind, die existieren, um vollständige Lösungen für Tausende von Menschen auf der ganzen Welt zu bringen, die vor allen möglichen Problemen stehen. Diesen Gesetzen kannst du vertrauen.“

Während wir uns dann den Weg durch die Sicherheitskontrollen hindurch bahnten, hielt ich so gut ich konnte daran fest, dass Gott existiert, dass Gott Liebe ist und ich vorwärts kommen würde. Mit Hilfe meiner lieben Frau, die mich auf jedem Schritt ermutigte, konnte ich das Flugzeug betreten. Als wir saßen, nahm ich das Liederbuch hervor und begann Zeile für Zeile das Lied 136 zu lesen. Es berührte mich, wie der Autor die Wörter hervorgehoben hatte, die alles beschreiben, was von Gott stammt. Aus der ersten Strophe betrachtete ich Folgendes:

„Ich liebe Deine Freiheit, Herr,
 dien’ freudig Dir, mein Hort;
 in deinem Licht erheb’ ich mich
 Und höre auf dein Wort.
 Ich höre deine Verheißung …“ (freie Übersetzung)

Ich bemerkte, dass ich Seinen Frieden erleben sollte, dass ich Ihm dienen sollte, dass ich in Seinem Licht mich erheben sollte und, besonders wichtig, dass ich Seiner Verheißung lauschen sollte, um sie zu erleben.

All das machte mich wirklich nachdenklich. Ich begann, mich von dem auf mich gerichteten Denken zu lösen und anzuerkennen, dass das Göttliche in meinem Leben gegenwärtig ist. Es war noch zu Beginn des Fluges, dass ich einen kraftvollen Wandel in meinem Denken bemerkte. Ich dachte: „Ja, alles ist in Ordnung. Ich bin nicht krank und ich werde es nicht sein. Ich kann klar sein und den mentalen Aufruhr verneinen.“ Nach einer ganzen Weile bemerkte ich, dass der Flug schon bald vorüber wäre und wir im Landeanflug auf Oslo waren. Da gab es den völligen Durchbruch. Mit einer Landung, die so sanft wie ein lauer Sommerwind war, fühlte ich eine wunderbare Freude, Ruhe und geistiges Licht. Alle Spannung und Unruhe verschwanden augenblicklich. Ich sah aus dem Fenster und entdeckte unten einen wunderbaren Fjord. Ich fühlte mich fantastisch. Das Gefühl vollständiger Freude und völligen Friedens blieb mit mir, als wir das Flugzeug verließen. Dazu kam dieses Gefühl bedingungsloser Liebe für alle Menschen, das ich nie vergessen werde.

Ich bin jetzt seit einer Reihe von Jahren von Flugangst frei und ich bin seit dieser Erfahrung oft geflogen, sogar nach Australien. Ich bin auch von den Brustschmerzen durch Gebet völlig befreit worden. Dies kam schrittweise, als mein Vertrauen in meine Fähigkeit wuchs, die Bedeutung von Schmerzen zurückzuweisen und meine Freiheit zu beanspruchen.

Manchmal sieht Furcht so wirklich aus. Allerdings sehe ich, dass wir aufhören können, uns von solchen Argumenten beeindrucken zu lassen, und dass nichts natürlicher ist, als die Freude selbstloser Liebe zu erleben. Ganz gleich, welchen Herausforderungen ich gegenüber stehen mag, ich kann immer mehr lieben – und diese Liebe muss und wird immer siegen. Mary Baker Eddy weist auf das „unendliche Meer der Liebe“ hin. (Vermischte Schriften, Seite 205) Ich bin dankbar, dass ich etwas von dieser Liebe entdeckt habe und wissen kann, dass dieser Begleiter für jeden hier ist, um zu helfen, der unterwegs ist.